Neue Rezensionen und Reaktionen

KUNST IM KRIEG

https://www.zeit.de/kultur/kunst/2022-08/kunst-ukraine-zhanna-karyrova-sergey-zakharov-fshttps://www.zeit.de/kultur/kunst/2022-08/kunst-ukraine-zhanna-karyrova-sergey-zakharov-fs Bilder einer angegriffenen Gegenwart Der Schaffensdrang der ukrainischen Künstlerinnen und Künstler ist ungebrochen, viele von ihnen reflektieren in ihren Arbeiten den Krieg. (Zeit online) © Kateryna Buchatska © Bella Logachova © Danylo Movchan © Sergey Zakharov

Igor Samojlenko: „ANTHROPOPHAGEN“

Igor Samojlenko ANTHROPOPHAGEN Wir kennen sie gut, sie zogen uns groß und leben noch heute. Der Turnlehrer neben der Reckstange, um die sich das Lamm unseres Körpers dreht. Unsere nimmersatten Therapeuten mit ihrem Geheimtipp: Ketodiät. Unsere Feinschmecker, die Träume. Auf den Lattenrosten werden wir gegrillt. Mama, Papa, halb irr vor Hunger, erst nach Jahrzehnten von … Weiterlesen Igor Samojlenko: „ANTHROPOPHAGEN“

Spende für Waisenkinder in Uganda

Wer gerade 300 € vom Staat bekommen hat, diese Summe aber nicht so dringend braucht wie die hungernden Waisenkinder in Uganda, wäre ein jetzt guter Spender <a href="http://<iframe src="https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Freiner.grundman%2Fposts%2Fpfbid0J8jponSRvpmqWNnGCr8gkMamtTw6LaUWwGcywtMxCcgQjsLu4PNnhpG3R5X4VcfTl&show_text=true&width=500&quot; width="500" height="451" style="border:none;overflow:hidden" scrolling="no" frameborder="0" allowfullscreen="true" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share">http://<iframe src="https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Freiner.grundman%2Fposts%2Fpfbid0J8jponSRvpmqWNnGCr8gkMamtTw6LaUWwGcywtMxCcgQjsLu4PNnhpG3R5X4VcfTl&show_text=true&width=500" width="500" height="451" style="border:none;overflow:hidden" scrolling="no" frameborder="0" allowfullscreen="true" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share"></iframe> .

Matteo Salvini: „Viel Feind‘, viel Ehr‘! – Molti nemici, tanto onore!“

In der Regel fällt die Ahnungslosigkeit eines Redners oder seiner Zuhörerschaft nicht während einer intellektuell mehr oder weniger anspruchsvollen Ansprache im engen Rahmen einer Bildungsveranstaltung auf, sondern tritt eher bei politischen Massenkundgebungen in Erscheinung. Wenn beispielsweise Matteo Salvini als Echo des faschistischen Diktators Benito Mussolini den uralten deutschen Schlachtruf:                            Viel Feind‘, viel Ehr‘! – Molti … Weiterlesen Matteo Salvini: „Viel Feind‘, viel Ehr‘! – Molti nemici, tanto onore!“

Bücher online (Masuhr)

Über den Autor Karl F. Masuhr ist Neurologe, Psychiater und Buchautor. Er stammt aus einer Künstler- und Arztfamilie, studierte Medizin, Philosophie, Film- und Theaterwissenschaft, promovierte an der Kölner Universität. Nach Ausbildung zum Facharzt an der Heidelberger Universität war er als Ass. Professor und Oberarzt an der FU Berlin tätig, danach Neurologie-Chefarzt am Klinikum Mittelmosel. Sein … Weiterlesen Bücher online (Masuhr)

Magische Sentenzen (Ulrich Koch)

Einen philosophisch-reflexiven Zugang zum Alltag und zur Natur wählt der deutsche Autor Ulrich Koch in seinem Band „Dies ist nur ein Auszug aus einem viel kürzeren Text“. (…) Leben und Schreiben verschmelzen und durchdringen osmotisch die Wahrnehmungs- und Gedankenwelt, weil die eine in die andere hinüberfließt. „Wir sind nie verloren ohne Rettung, / solange wir … Weiterlesen Magische Sentenzen (Ulrich Koch)

Dichtung ohne Grenzen 3

Ein  neues  Aufgabengebiet  eröffnete  sich  unabhängigen  Ärztinnen  und Ärzten   auch   außerhalb   europäischer   Grenzen.   Darüber   berichtet   die Schriftstellerin und Ärztin Inga Wißgott, die zwei Gedichtbände über Medizinisches und Menschliches und einen Bericht über ihren Einsatz als Chirurgin  in  Afrikas  Krisenregionen  publizierte: Ärztin  ohne  Grenzen (2009).  Auf  die  Frage,  wie  sie  auf  die  Idee  gekommen  sei,  mit  den  Ärzten ohne  Grenzen  nach  Afrika  zu  gehen,  antwortete  sie,  ihre  Mutter,  selbst   Ärztin, habe ihr schon früh von Albert Schweitzer (1875–1965) erzählt, der sich der Humanität verschrieben und in Afrika ein Spital aufgebaut hatte.     Aus eigenem Antrieb leisten Medizinerinnen und Mediziner vieler Länder humanitäre Nothilfe für Flüchtlinge  auf  See,  in  gefährlichen  Situationen  von  Krieg  und  Gewalt, Naturkatastrophen und Epidemien.   Seit der Verleihung des Friedensdoppelpreises an den Arzt und Schriftsteller Albert Schweitzer (1952) wurden couragierte  Mediziner  nur  selten  damit  ausgezeichnet,  zuletzt  die  Mitglie- der der beiden Ärzteorganisationen International Physicians for the Preven- tion of Nuclear War (1985) und Médecins Sans Frontières (1999). Der französische  Internist  und  spätere  Gesundheitsmininster  Bernard  Kouchner (*1939) war von 1971–1977 erster Vorsitzender der MSF und gründete drei Jahre später die zweite Hilfsorganisation Médecins du Monde (MDM). Es lohnte  sich,  Biographien  jener  Autorinnen  und  Autoren  beizuziehen,  die wie Inga  Wißgott  und  Bernard  Kouchner  ebenfallsin  Afrika  für die  MSF  ärztlich  tätig  gewesen  sind,  zumal  die  postkoloniale  Literatur  und  damit verbundene  Gender-Studien  zunehmende  Bedeutung  für  interkulturelle Diskurse   gewinnen.      Dazu   gehören   Alain   Dubos   (Algerien),   Jean- Christophe Rufin (Tunesien, Eritrea), Vladan Radoman (Biafra) oder auch Henry Shore (Uganda); Sanitätsoffiziere waren die Autoren Gilbert Schlogel, JeanPierre  Garen  (Algerien), Frantz  Fanon  (Algerien,  Ghana)  und  An-tonio  Lobo  Antunes  (Angola).  Sie  verfassten  kritische  Berichte  über  die ehemaligen  Kolonien  wie  früher  schon  der  Afrikaforscher,  Arzt  und Schriftsteller Mungo Park, der 35jährig anno 1886 im Niger ertrank und der  Lyriker  Jan  Jakob  Slauerhoff  (Marokko),  der  jahrelang  als  Schiffsarzt um  die  Welt  fuhr,  sowohl  an  Malaria  als  auch  an  Tuberkulose  litt  und  1936  im  39.  Lebensjahr  starb;  oder  auch der Novellist, Lyriker und Mili- tärarzt Francis  Brett  Young (Südafrika), der im  Sanitätsoffiziersdienst  an  Typhus  erkrankte  wie  der  Kriminalromanschreiber Arthur  Conan  Doyle (Südafrika) und die jeder Infektion und Anfechtung widerstehende „Wüs- tenärztin“ Harriet  Straub  (Mali,  Algerien,  Tunesien),  vor  allem  aber  die  afrikanischen Autorinnen und Autoren: Die Kinderärztin Margaret Atieno Ogola (Kenia),  die  den  Essay  Education  in  Human  Love  (2002)  und  den  Roman I swear by Apollo (2003) verfasste, aber auch die AIDS-Prävention vorantrieb;  der  Ägypter  Alaa  Al-Aswani,  der  sich  in  den  Gruppierungen  Ärzte für den Wandel und Schriftsteller für den Wandel engagierte,   ferner der  Arzt,  Erzähler  und  UNBotschafter  Davidson  Nicol  (Sierra  Leone,  Nigeria)  und  sein  Landsmann,  der  Romancier  und  Arzt  Raymond  Sarif Easmon  (Sierra  Leone),  der  das  skurrile  Lustspiel  Teurer  Vorfahr  und  der  Chirurg Lenrie  Peters (Sierra Leone, Gambia), der mít seinen Gedichten nichts als die Würde des Menschen einforderte:   That spirit which asks no favour / of the world / But to have dignity.  Diese Forderung stellen auch Verteidiger der Menschenrechte in Nordafri- ka  wie  Moncef  Marzouki  (Tunesien)  und  die  Frauenrechtlerin  Nawal  El  Saadawi  (Ägypten),  die  bei  ihrer  ärztlichen  Tätigkeit  herausfand,  was Krankheit und Armut mit Politik, Macht und Religion zu tun haben:  Das geschriebene Wort wurde mein Akt der Rebellion gegen  Ungerechtigkeit im Namen von Religion oder Macht oder Liebe. 

Dichtung ohne Grenzen 2

Ein Essay mit dem Titel Fachleute für menschliche Leiden  weist bereits im Untertitel auf die Grenzenlosigkeit des Arzt-Dichter-Diskurses hin:  Anmerkungen zu einem Thema ohne Grenzen Der Arzt und die Literatur oder  Die Rebellion gegen die Vergänglichkeit. (Reich-Ranicki, Marcel: Herz, Arzt und Literatur. Zwei Aufsätze. Zürich: Ammann Verlag, 3. Aufl. 2007)   "Ohne Arthur Schnitzler, Alfred Döblin und Gottfried Benn – dies ist  keineswegs  übertrieben  –  lässt  sich  die  moderne  deutsche  Lite-  ratur überhaupt nicht mehr denken."  Dies  ist  der  Moment,  da  der  Arzt,  Dichter  und Rebell  als  Figur  auf  der inneren  Bühne  des  Publikums  erscheint.  Zunächst  bewegt  er  sich  zwar noch  zwischen  Literatur  und  Medizin, überquert  dann  aber  die  Grenzen  in vielerlei Hinsicht: als Forscher und Entdecker, Abenteurer oder Soldat und  als  flüchtender  Rebell,  wie  zum  Beispiel  Friedrich  Schiller,  Georg  Büchner und Alfred Döblin. Einige Arzt-Dichter schildern ihre Konflikte und Krisen, die wie Grenzsituationen  oder auch gelegentlich wie Grenzer-fahrungen  anmuten, vor allem Arthur Schnitzler und Gottfried Benn.   Auf  dem  interdisziplinären  Symposium  Literatur  und  Medizin  (2004) wurde  die  Auffassung  vertreten,  es  sei  sicher  mehr  als  ein  Zufall,  dass  „drei  der  bedeutendsten  Schriftsteller  der  deutschsprachigen  Moderne“  – Schnitzler, Döblin und Benn – „von Haus aus“ Mediziner waren; denn sie hätten aus eigener Anschauung gewusst, was Krisen sind: "Denn die Fähigkeit zur feinen Selbstwahrnehmung, der analytische Blick,  der  Menschen  und  Gesellschaften  gleichermaßen  durch- schaut, die Vertrautheit im Umgang mit Gedanken und Träumen – das  alles  sind  Voraussetzungen,  die  sowohl  dem  Arzt  wie  dem  Schriftsteller zugutekommen." Klara Obermüller: Der  Mensch  in  seiner  ganzen  Schwäche.  In: Literatur  und  Medizin. Peter Stulz, Frank Nager, Peter Schulz (Hg.) Zürich 2005, S. 242.