Michael Bulgakow, Arzt und Dichter (1891-1940)

Michail Bulgakow hatte nach dem Medizindiplom (1916) zunächst als Truppen- und Landarzt in den Nachkriegsjahren als Journalist gearbeitet und erste literarische Texte wie zum Beispiel „Die weiße Garde“ (1924) verfasst. Bei einer Hausdurchsuchung wurden seine Tagebücher und das einzige Exemplar seines Romans „Hundeherz“ konfisziert. Der Autor empfand die Zensur als „literarische Hinrichtung“. Josef Stalin hatte dem Autor zwar telefonisch viel Erfolg gewünscht, doch für den Fall aller Fälle die Aufführung seiner Stücke und die Verbreitung seiner Schriften verboten. Als Bulgakow diese doppelte Bot- schaft aus dem Kreml durchschaute, steckte er bereits in der Falle: Der Diktator hatte den Dichter ermutigt – mit gefesselten Händen – frisch drauflos zu schreiben.

Gerade deshalb wurde der Dichter gemaßregelt und verfemt.
Nachdem er in seiner Not alle Manuskripte verbrannt hatte, berichtete er dem Diktator, er leide  unter Angstzuständen und „herzbedingter Schwermut“. 
Der Grund dafür sei das „langjährige Gehetzt  werden und das darauffolgende  Schweigen“.  
1940 starb er, erblindet, im Alter von 49  Jahren.  
Erst  nach dem Tod des Kremlchefs (1953) wurde Michail Bulgakow rehabilitiert. 
Als sein Roman „Der  Meister  und Margarita“  (1966) erschien,  feierte  man ihn enthusiastisch.

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Bei dem Vergleich der Texte und deren Wirkungsästhetik überwiegen die 
auffallenden  Unterscheidungsmerkmale  der  Literaturgattungen:  
Für  Michail  Bulgakow  und  Gottfried  Benn  traf  weit  weniger  zu,  was  Friedrich 
Schiller,  der  kein  geborener  Erzähler  war,  wegen  seiner  Vorliebe  für  Ge-dankenlyrik  und  Freiheitsdramen  doppelt  auszeichnete;  denn  Bulgakow 
war  kein  Lyriker,  sondern  Erzähler  und  Dramatiker,  
Benn  hingegen  Essayist und vor allem Lyriker.  

Gottfried Benn

Aus  zeitgeschichtlicher  Perspektive  sind  zudem  die  ästhetischen Formen 
ihres vielfach unterdrückten Widerstands und damit auch ihre paradoxen 
Einstellungen im  Dienst  der  beiden totalitären  Regime,  
die  sich im Weltkrieg vernichtend bekämpften,zu differenzieren. 
Dennoch eignen sich die Lebensgeschichten Michail Bulgakows und Gottfried Benns 
wegen besonderer Gemeinsamkeiten geradezu für eine Doppelbiographie:  

Beide Autoren waren Söhne protestantischer Geistlicher, in ihren Ländern 
früh bekannte und zeitweilig verkannte Dichter, dreimal verheiratet, 
Ärzte für Haut-  und  Geschlechtskrankheiten,  Schiffsärzte, 
Militärärzte,  leitende  Ärzte,  zeitweilig  auch  Drogenkonsumenten.  
In  den  1930er  Jahren  versuchten beide vergeblich, sich als Schriftsteller
und Leiter kultureller Institutionen  mit  dem  diktatorischen  Regime 
ihres  Landes  zu  arrangieren;  sie wurden öffentlich attackiert und 
diskriminiert, erhielten Schreibverbot wie viele  Autoren, 
 die  außer  Landes  gingen,  emigrierten  aber  nicht.  

Bulgakow  erhielt keine Ausreisegenehmigung. Benn blieb.  

Politische Homizid-Suizide in der Walpurgisnacht

Homizid-Suizide in der Walpurgisnacht: Adolf Hitler fuhr in der Walpurgisnacht zur Hölle: Der am 30. 4. 1945 im Berliner „Führerbunker“ mit Frau Eva, geb. Braun gemeinsam begangene („erweiterte“) Suizid kann ebenso wie die Selbstmorde der damals noch überlebenden „Hauptkriegsverbrecher“ Himmler, Göring und Heß, als erster und letzter persönlicher Beitrag zur Beendigung des II. Weltkriegs, des Genozids und des Holocaust bezeichnet werden.

Demgegenüber lässt sich der Kindermord des Ehepaars Goebbels am 1. Mai 1945 kaum sachverständig als „erweiterter Suizid“ erörtern: Die Tötung sechs ahnungsloser Kinder war ein ruchloser finaler Akt dieser kriminellen Eltern. Und die „Opferung“ der eigenen Familie geschah nach Plan – wie die professionelle Täuschung der deutschen Bevölkerung und der Welt, – aber es war ebenfalls ein Akt der totalen Selbsttäuschung eines politischen Pseudologen, der im Auftrag des Führers ein Menschenbild ohne Sinn für den Wert des Menschen vertrat.

So hatte es angefangen

Am Ende des II. Weltkriegs sahen sich unzählige Japaner als Kamikaze-Piloten zum „freiwilligen“ Suizid gezwungen, darunter mindestens 2500 Studenten bei der letzten Okinawa-Offensive im Frühjahr 1945. Sie steuerten kleine Flugzeuge auf Kriegsschiffe der USA. Die Piloten gelten als Vorbilder für „Selbstmordattentäter“ von heute. Auch die Flugzeug-Attentate vom 11. September 2001 erinnern an Kamikaze.

Piloten-Homizid-Suizid

  • der 27-jährige Co-Pilot des am 24. März 2015 mit 150 Menschen abgestürzten Airbus A 320, verwirklichte in der akuten Phase einer monopolaren Depression einen Pilotensuizid, als er den ersten Piloten aussperrte, sich in der Kabine einschloss, die Führung übernahm und mit einem Knopfdruck den Sinkflug über den französischen Alpen auf 100 Fuß (30 Meter) einleitete.

Die meisten Philosophen und Psychologen erkennen im Freitod keine freie Entscheidung. Schon Platon warmit der Schrift „Apologie des Sokrates“ eine Auflösung der „Freitod“- Paradoxie gelungen. Gleichwohl wird heute noch vielfach der Suizidversuch als Möglichkeit einer freien Entscheidung verklärt. Im Fall eines „Mitnahmesuizids“ sprechen juristische Sachverständige   selten von uneingeschränkter Schuldfähigkeit (früher „Zurechnungsfähigkeit“), zum Beispiel im Fall einer unglücklichen Dichterliebe.100 Jahre nach dem Doppelsuizid Heinrich von Kleists und Henriette Vogels, diesem tragischen Vorfall vom 21.11.1811, der von vielen Menschen betrauert, von anderen aber auch missbilligt und verurteilt worden war, „missglückte“ eine Nachahmungstat:
Der Verfasser der DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“, Johannes R. Becher, überstand einen Doppelsuizid-Versuch, den er mit seiner Jugendliebe Franziska Fuß unternahm, während diese dem Pistolenschuss von seiner Hand erlag. Becher wurde nach der glücklichen Genesung von seiner Schussverletzung gutachterlich untersucht und im Jahr 1911 für „zurechnungsunfähig“ erklärt. Nachdem er zwei Weltkriege, 1914-1918 in einer psychiatrischen Klinik und 1935-1945 im sowjetische Exil, überstanden hatte, war er von 1954-1958 erster DDR-Kultusminister.

Prävalenz: Der Anteil „erweiterter Selbsttötungen“ („extended suicide“ oder „homicide-suicide“), einschließlich  der Doppel- Mehrfach- und Pilotensuizide mit 0,1 /100.000 Einwohner ist gering.


 

Rechtsmedizinische Studie:

In einer retrospektiven Studie von Siems, A., Flaig, B., Ackermann, H. et al. Homicide-suicide. Rechtsmedizin 27, 175–184 (2017) wurden 58 Fälle des erweiterten Suizids am Institut für Rechtsmedizin Frankfurt/Main analysiert. Die Daten wurden deskriptiv und statistisch analysiert.

Ergebnisse

Unter den 58 Fällen befanden sich 74 Opfer. Die Täter waren in 93 % der Fälle männlich und in 7 % weiblich. Von den Opfern waren 76 % weiblich, 20 % männlich und 4 % blieben unbekannt. Unter den Opfern waren 17 Kinder, Ehe- oder Lebenspartner waren in 66 % der Fälle involviert. In 71 % der Fälle wurde der erweiterte Suizid zu Hause verübt. Hauptmotive der Tat waren Konflikte in der Partnerschaft und finanzieller Ruin. Erschießen war in 57 % der Fälle Methode der Wahl.

Fazit dieser Studie: Aufgrund der Schwere der Tat sollte heute der Begriff Homizid-Suizid anstelle von „erweitertem Suizid“ in den deutschen Sprachgebrauch integriert werden. Dieser fokussiert sich mehr auf das Tötungsdelikt als auf den Suizid und berücksichtigt somit die Schwere der Tat und die Opfer deutlicher als das Tötungsdelikt. Der Fokus sollte im Weiteren auf die Prävention dieser Ereignisse gerichtet werden. https://doi.org/10.1007/s00194-017-0161-2

Prävention

In letzter Zeit scheint sich eine plausible Auffassung von wirksamer Suizidprävention durchzusetzen: Nicht der Suizid, sondern ein überlebter Suizidversuch bedeutet das erlösende Ende der Selbsttäuschung. So wird dem Papageno-Effekt eine protektive Wirkung zugeschrieben: Papageno bewältigt in der Oper „Die Zauberflöte“ eine suizidale Krise mithilfe der „drei Knaben“. Dies gilt als Beispiel für den einfühlsamen und erfolgreichen Umgang mit suizidalen Konflikten.

„Böse Seuch und ihre Nöten“, Gedichte von Matthias Claudius

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre,
Nicht schuld daran zu sein!

* 15. August 1740 in Reinfeld (Holstein); † 21. Januar 1815 in Hamburg

Illustration Ludwig Richter (1856)

Text nach dem Musen Almanach (1779)

Der Mond ist aufgegangen
Die goldnen Sternlein prangen
     Am Himmel hell und klar:
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
     Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
     So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
     Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
     Und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
     Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
     Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste,
Und suchen viele Künste,
     Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts vergänglichs trauen,
     Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
     Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
     Durch einen sanften Tod,
Und wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
     Du lieber treuer frommer Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder!
     Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns Gott mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen,
     Und unsern kranken Nachbar auch!

Ukulili

inklusion

Lilian Masuhr currently works at the NGO Sozialhelden in Berlin. She currently leads the Sozialheld*innen-Akademie and is member of the board and the communication team. She is co-founder of Leidmedien.de, an online plattform about the representation of disabled people in the media.

She studied Cultural Science and French Philology at the Department of Arts and Media, Universität Potsdam and several years Medicine at the RWTH Aachen.

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Lilian (Foto Weiland)

Erich Kästner V

Führerproblem, genetisch betrachtet,
von Erich Kästner

Als Gott am ersten Wochenende
die Welt besah, und siehe, sie war gut
da rieb er sich vergnügt die Hände.
Ihn packte eine Art von Übermut.

Er blickte stolz auf seine Erde
und sah Tuberkeln, Standard Oil und Waffen.
Da kam aus Deutschland die Beschwerde
hast versäumt, uns Führer zu erschaffen!

Gott war bestürzt. Man kann’s verstehn.
Mein liebes deutsches Volk, schrieb er zurück
es muß halt ohne Führer gehn.
Die Schöpfung ist vorbei. Grüß Gott. Viel Glück.

Nun standen wir mit Ohne da,
der Weltgeschichte freundlich überlassen.
Und: Alles, was seitdem geschah
ist ohne diesen Hinweis nicht zu fassen.

Marschliedchen

Ihr und die Dummheit zieht in Viererreihen
In die Kasernen der Vergangenheit.
Glaubt nicht, dass wir uns wundern, wenn ihr schreit.
Denn was ihr denkt und tut, das ist zum Schreien.

Ihr kommt daher und lasst die Seele kochen.
Die Seele kocht und die Vernunft erfriert.
Ihr liebt das Leben erst, wenn ihr marschiert,
Weil dann gesungen wird und nicht gesprochen.

Ihr liebt die Leute, die beim Töten sterben.
Und Helden nennt ihr sie nach altem Brauch;
denn ihr seid dumm und böse seid ihr auch.
Wer dumm und böse ist, rennt ins Verderben.

Alternative Strophe
Marschiert vor Prinzen, die erschüttert weinen:
Ihr findet doch nur als Parade statt!
Es heißt ja: Was man nicht im Kopfe hat,
Hat man gerechterweise in den Beinen.

Ihr liebt den Hass und wollt die Welt dran messen.
Ihr werft dem Tier im Menschen Futter hin,
Damit es wächst, das Tier tief in euch drin!
Das Tier im Menschen soll den Menschen fressen.

Ihr möchtet auf den Trümmern Rüben bauen
Und Kirchen und Kasernen wie noch nie.
Ihr sehnt euch heim zur alten Dynastie
Und möchtet Fideikommissbrot kauen.

Ihr wollt die Uhrenzeiger rückwärts drehen
Und glaubt, das ändere der Zeiten Lauf.
Dreht an der Uhr! Die Zeit hält niemand auf!
Nur eure Uhr wird nicht mehr richtig gehen.

Wie ihr’s euch träumt, wird Deutschland nicht erwachen.
Denn ihr seid dumm und seid nicht auserwählt.
Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt:
Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen!

Bücherverbrennung

Das Ende der Gedankenfreiheit: Am 10. Mai 1933 karrten in zahlreichen deutschen Städten die Nazis Tausende Bücher aus öffentlichen und privaten Bibliotheken zusammen und verbrannten sie. Es waren Werke bekannter Autoren wie Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky oder Heinrich Mann, darunter viele jüdische Schriftsteller*innen. Beteiligt an den Bücherverbrennungen waren neben einfachen Bürger*innen vor allem Studierende, aber auch Rektoren und Professoren der Universitäten. Öffentliche Proteste gab es kaum. (TTT 9.5.2021)

Erich Kästner IV

Erich Kästner mit Sohn

Diese Abbildungern kursieren und flottieren frei im Internet (ohne Quellenangaben…)

Aber hier ein Link zu weiteren Infos:

Erich Kästner (1899-1974) war ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Berühmt wurde er vor allem für seine humorvollen und scharfsichtigen Kinderbücher, die für die damalige Zeit revolutionär waren. Sie liegen in zahlreichen Übersetzungen vor; allein der Roman »Emil und die Detektive« (1929) wurde in 40 Sprachen übersetzt. Bei der Bücherverbrennung der Nazis landeten auch Kästners Bücher im Feuer.

https://www.inhaltsangabe.de/autoren/kaestner/

Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.

Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke, 1936
  • 1899 Geburt am 23. Februar 1899 in Dresden
  • 1919 Abitur am Dresdner König-Georg-Gymnasium; Aufnahme des Studiums in Leipzig in den Fächern Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theatergeschichte
  • 1919 Begegnung mit Ilse Julius; die Romanze zwischen ihr und Kästner dauert bis 1926
  • 1923 Beginn der Freundschaft mit Erich Ohser (als Zeichner und Karikaturist bekannt unter dem Pseudonym e.o.plauen)
  • 1925 Promotion
  • 1927 Umzug nach Berlin
  • 1929 Bekanntschaft mit dem berühmten Illustrator Walter Trier (1890–1951); er zeichnete die bis heute bekannten Titelbilder für Kästners Kinderbücher
  • 1935 Beginn der Freundschaft mit Luiselotte Enderle, seiner späteren Lebensgefährtin
  • 1945 Umzug nach München
  • 1949 Erste Begegnung mit der Schauspielerin Friedel (eigentlich: Friedhilde) Siebert, mit der Kästner eine langjährige Liebesbeziehung unterhält;
  • 1951 Die Verfilmung des Romans »Das doppelte Lottchen« gewinnt den Deutschen Filmpreis
  • 1951 Präsidentschaft des PEN-Zentrums der Bundesrepublik, die er bis 1962 innehatte
  • 1957 Geburt von Sohn Thomas; die Mutter ist Friedel Siebert
  • 1967 Kästner veröffentlicht sein letztes Werk »Der kleine Mann und die kleine Miss«
  • 1969 Rückzug aus dem Literaturbetrieb; Trennung von Friedel Siebert
  • 1974 Tod am 29. Juli 1974 in München

Werke

  • 1929 Emil und die Detektive Kinderbuch
  • 1929 Lärm im Spiegel
  • 1929 Leben in dieser Zeit Hörspiel
  • 1931 Pünktchen und Anton Kinderbuch
  • 1931 Fabian – Geschichte eines Moralisten Roman
  • 1931 Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee Kinderbuch
  • 1933 Das fliegende Klassenzimmer Kinderbuch
  • 1934 Drei Männer im Schnee Roman
  • 1935 Emil und die drei Zwillinge Kinderbuch
  • 1936 Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke
  • 1948 Kurz und bündig
  • 1949 Das doppelte Lottchen Kinderbuch
  • 1957 Als ich ein kleiner Junge war Kinderbuch

Auszeichnungen und Preise

  • 1956 Literaturpreis der Stadt München
  • 1957 Georg-Büchner-Preis
  • 1959 Großes Bundesverdienstkreuz
  • 1960 Hans Christian Andersen Preis
  • 1970 Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
  • 1974 Goldene Ehrenmünze der Landeshauptstadt München
  • 2008 Internationaler Preis der jungen Leser, Auswahlliste (Stiftung Lesen)

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Lyrikerin Amanda Gorman

Amanda Gorman recites a poem during the inauguration of Joe Biden as the 46th President of the United States on the West Front of the U.S. Capitol in Washington, U.S., January 20, 2021. REUTERS/Kevin Lamarque

Webseite: https://www.theamandagorman.com/

TIME Cover Februar 2021 Amanda Gorman/ Michelle Obama

Vor dem Kapitol in Washington am 20.1.2021, 18.19 Uhr: Die Poetin Amanda Gorman, 22 Jahre alt, rezitiert ein Gedicht. Es sind starke und bewegende Worte.

Wordsmith. Change-maker.

Amanda Gorman is the youngest inaugural poet in U.S. history, as well as an award-winning writer and cum laude graduate of Harvard University, where she studied Sociology. She has written for the New York Times and has two books forthcoming with Penguin Random House.

Born and raised in Los Angeles, she began writing at only a few years of age. Now her words have won her invitations to the Obama White House and to perform for Lin-Manuel Miranda, Al Gore, Secretary Hillary Clinton, Malala Yousafzai, and others. Amanda has performed multiple commissioned poems for CBS This Morning and she has spoken at events and venues across the country, including the Library of Congress and Lincoln Center. She has received a Genius Grant from OZY Media, as well as recognition from Scholastic Inc., YoungArts, the Glamour magazine College Women of the Year Awards, and the Webby Awards. She has written for the New York Times newsletter The Edit and penned the manifesto for Nike’s 2020 Black History Month campaign. She is the recipient of the Poets & Writers Barnes & Noble Writers for Writers Award, and is the youngest board member of 826 National, the largest youth writing network in the United States. In 2017 UrbanWord and the Library of Congress named her the first ever National Youth Poet Laureate in the United States.

A lyrical picture book debut from Amanda Gorman, inaugural National Youth Poet Laureate and featured poet at the inauguration of 46th President of the United States Joe Biden.

Amanda Gormans Gedicht im Wortlaut

Amanda Gorman

Joachim Widmann: Gorman war eine sehr gute Wahl. Wir Deutschen mit unserem Diktatur-geprägten Propagandatrauma unterschätzen und missverstehen das republikanische Pathos der alten Demokratien als Gemeinschaft bindendes Element. Dieses Gedicht war in diesem Sinne großartig, die Tradition solcher Reden geht zurück auf die Antike. Man kann in diesem hohen Ton eben nicht nur in erheucheltem und übertriebenem Raunen per Opferdiskurs an dunkle Instinkte appellieren, sondern auch ernsthaft, würdig und volltönend die säkulare Religio einer Gemeinschaft in Gleichheit, Vielfalt, Toleranz und Freiheit beschwören.Außer den US-Amerikanern beherrschen nicht von ungefähr nur die Franzosen diese Form ohne Künstelei.(Das Gedicht war übrigens auch formal grandios. Einerseits erinnert es an antike Rhetorik, andererseits an die fortschrittsseligen Hymnen Whitmans, also eine große, sehr amerikanische Literaturtradition der Moderne, und dank der Reim- und Rhythmus-Muster auch an Gospel-Predigten und Rap. Aus meiner Sicht des Literaturwissenschaftlers ist es tatsächlich ein Meisterwerk – und meisterlich vorgetragen, als Gesang, woher die Form ja kommt.) Joachim Widmann Fb 26. 1. 2021

siehe auch:

https://www.republik.ch/2021/03/30/der-weite-weg-den-huegel-hinauf?fbclid=IwAR26QWaNsY6kO64ns0q-LX0qWWDppwFia8bZy9dFqfoaz15_fGVbZFhsNxQ

Mit dem Gedicht »The Hill We Climb – Den Hügel hinauf«, das Amanda Gorman am 20. Januar 2021 bei der Inauguration des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Joe Biden, vortrug, schenkte eine junge Lyrikerin den Menschen auf der ganzen Welt eine einzigartige Botschaft der Hoffnung und Zuversicht.