Theodor Lessing (8.2.1872 – 31.8.1933), Mediziner, Philosoph und Rebell

„Eine Natur wie Hindenburg wird bis zum Tode fragen: Wo kann ich dienen? Es ist gewiß ergreifend und rührend, daß während des Weltkrieges eine der übelsten und bösesten Naturen der Weltgeschichte [gemeint ist Erich Ludendorff] gerade diese einfältigste und treugläubigste seinem Ehrgeiz und seinem Machtwillen dienstbar machte, gedeckt von der Flagge der nationalen Ideale. Aber da zeigt sich auch die Gefahr!

Nach Plato sollen die Philosophen Führer der Völker sein. Ein Philosoph würde mit Hindenburg nun eben nicht den Thronstuhl besteigen. Nur ein repräsentatives Symbol, ein Fragezeichen, ein Zero. Man kann sagen: besser ein Zero als ein Nero. Leider zeigt die Geschichte, daß hinter einem Zero immer ein künftiger Nero verborgen steht.“ Theodor Lessing: Hindenburg. Prager Tagblatt, 25.2, 1925, S. 3

Foto: Prof. Dr. phil. Theodor Lessing © [M] Artokoloro/​imago images

Er studierte Medizin und Philosophie. Im I. Weltkrieg verrichtete er freiwillig militärärztlichen Dienst als Lazarettarzt. Privatdozent in Hannover. 1. 3. 1933 Flucht und Exil in Marienbad, Tschechoslowakei. Durch NS-Attentäter ermordet.

https://archive.org/details/GeschichteAlsSinngebungDesSinnlosen/page/n13/mode/2up

https://www.theguardian.com/world/2022/feb/07/theodor-lessing-germany-anti-noise-philosopher-book

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Querköpfe

EIN ROMANTISCHER QUERKOPF: Justinus Kerner, der Dichter und Oberamtsarzt von Weinsberg, nach dem eine süße Weintraube benannt worden ist, war ein ebenso beliebter wie beleibter Patriarch. In der Jugend soll er aber an Magersucht gelitten haben und zur Zeit der Revolution von 1848 ein Rebell gewesen sein. Sein Widerspruchsgeist wurde nur von der radikal-demokratischen Haltung seines Bruders Georg und seines Sohns Theobald übertroffen. Schließlich zog er sich aus dem politischen Streit zurück, schrieb aber umso mehr romantische Gedichte. Gelegentlich machte er seine Hausbesuche gemeinsam mit dem Totengräber, einem ebenfalls ziemlich begabten Poeten.

Ein QUERKOPF, wie zum Beispiel: Arthur Schnitzler, dessen Satiren die Doppelmoral der Donaumonarchie entlarvten, wurde – allen antisemitischen Äußerungen seiner Gegner zum Trotz – schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der meistgespielten Dramatiker.

QUERKÖPFE wie zum Beispiel: Friedrich Schiller und Georg Büchner hatten sich gegen die absolutistische Fürstenherrschaft aufgelehnt. Sie mussten ihre Familien verlassen und sich in einem fremden Land wieder Geltung verschaffen. Die beiden Querköpfe fanden jedoch sogleich Anerkennung als Universitätslehrer, Schiller in Jena, Büchner in Zürich. Der Dichterruhm war ihnen vorausgeeilt, während ihre Verfolger, der Herzog von Württemberg und der Großherzog von Hessen, innerhalb ihrer Grenzen zurückgeblieben und heute so gut wie vergessen sind.

QUERKÖPFE werden oft politisch verfolgt, inhaftiert, aus dem Land gejagt, in den Tod getrieben oder exekutiert. Doch der Widerspruchsgeist, den man den Dichtern, Rebellen und Revolutionären ganz und gar austreiben wollte, erscheint heute überall in der Welt auf Theaterbühnen, Filmfestspielen und Buchmessen. Was ihre Texte performativ vermitteln: Literatur und Widerstand, heißt „Widerstand schreiben“ oder „Literatur ist Widerstand“.

Dichter an der Charite´

Im letzten Jahrhundert der mehr als 300-jährigen Geschichte der Berliner Charité gab es unter den bekannten Ärzten und Forschern nicht nur Nobelpreisträger der Medizin, wie zum Beispiel Robert Koch (1843–1910), Paul Ehrlich (1854–1915) und Emil von Behring (1854–1917), sondern auch eine Reihe namhafter Schriftsteller, die mit Romanen, Gedichten oder Dramen hervortraten, unter anderen Alfred Döblin, Gottfried Benn, Peter Bamm und Heinar Kipphard. Die expressionistischen Dichter Alfred Döblin („Berlin Alexanderplatz“) und Gottfried Benn („Morgue-Zyklus“) gelten heute als bedeutende Vertreter der literarischen Moderne. Peter Bamm („Die unsichtbare Flagge“) vertrat als Sanitätsoffizier und einer der wenigen Medizinschriftteller im Zweiten Weltkrieg die vom NS-Regime verratenen humanistischen Ideale. Heinar Kipphardt („Bruder Eichmann“) wechselte von der Charité zum Deutschen Theater und dann vom Osten in den Westen.“ (K. M. Einhäupl)

3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit

  • 200 Jahre nach der Französischen Revolution von 1789 fiel die Berliner Mauer.
    Weltweit war  ein überraschender Sieg der deutschen Demokraten und der finale Zusammenbruch des immobilen DDR-Regimes zu beobachten, ein glückliches Ende  –  ohne Gewalt, Terror oder die Gefahr des Übergangs in eine Schreckensherrschaft. Nach der Friedlichen Revolution ruhte auch der chronische Kalte Krieg.
  • Heute, mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung (offiziell: Herstellung der Einheit Deutschlands) gibt es im Deutschen Bundestag keine Alternative zur Demokratie.
  • Dasselbe trifft offenbar für eine Reihe anderer Nationen zu, sowohl für das Europäische Parlament als auch für den Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika. Weder die Einschränkung der Freiheitsrechte, die unmittelbar nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beschlossen wurde („US-Patriot Act“) noch die verheerenden Kriege in Afghanistan und Irak schienen daran etwas grundlegend zu ändern.
  • Zehn Jahre nach „Nine-Eleven“, am 2. Mai 2011, wurde der Initiator des Anschlags, Osama Bin Laden, getötet. Damit war zwar keineswegs die Terrorgefahr im Inneren behoben, es gab viele islamistische Attentate. Aber auch nach einem weiteren Jahrzehnt brachten diese und weitere rechtsradikale Anschläge  die Demokratie in den USA nicht zur Strecke.

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Grüne Werte der Digitalisierung

Chris Piallat, geb. 1984, arbeitet zu gesellschaftspolitischen Fragen der Digitalisierung. Er ist Referent für Digital- und Netzpolitik für die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Neben seiner politischen Beratung arbeitet er als Autor, Redakteur und Sprecher, u.a. für die Kulturstiftung des Bundes, die Berliner Gazette und die Heinrich-Böll-Stiftung. Er hat Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin, der Rutgers University New Jersey und der Universität Kassel studiert.

Der Herausgeber dieses neuen Bandes, C. Piallat, ist ein erfahrener Berliner Netzpolitiker, der rechtzeitig zum Ausgang der Bundestagswahl den wahren Wert der Digitalisierung für die Zukunft beschreibt. Zugleich zeigt er die normativen, also nicht nur die „normalen“ Lücken der digitalen Strukturen auf: wo es nicht nur hakt, sondern auch lichterloh brennt. Überraschenderweise wird den bewahrenden, eher konservativen Prinzipien oft kein geringerer Wert als dem innovativ progressiven Elan eingeräumt, den die Grünen derzeit versprühen.

Ein Buch nicht nur für Studierende und junge Unternehmer*innen.

Es geht den Autor*innen um den „digitalen Staat“, um unsere Grundrechte, Freiheiten und auch um das Gesundheitswesen der nahen Zukunft. Unter den hier versammelten namhaften Autoren kommt beispielsweise Christiane Woopen, die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, zu Wort, die gemeinsam mit Sebastian Müller betont: „Selbstbestimmte Menschen können ihr Ideal eines erfüllten und guten Lebens selbst wählen, sie können sich eigene moralische Normen setzen, integer zu diesen Normen handeln und sie können ihre Geltungsansprüche in gesellschaftspolitische Diskurse einbringen.“ (S. 123) Bearbeiten Löschen


Der Wert der Digitalisierung

Cover: Die digitale Zukunft ist bereits Realität. Wir können den Wandel nicht weiter aussitzen, sondern müssen ihn gemeinsam aktiv gestalten. Doch welchen ethischen Herausforderungen müssen wir uns hierbei stellen? Wie wahren wir die Menschen-, Grund- und Bürgerrechte? Und wie können wir unsere Werte für die Gestaltung disruptiver Innovationen und der digitalen Zukunft nutzen?
Die Autor*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zeigen auf, wie technologische Phänomene mit unseren Werten in Einklang gebracht werden können und diskutieren normative Impulse und Ideen für die Regelung des Gemeinwohls in der digitalen Welt.
Chris Piallat

Chris Piallat, geb. 1984, arbeitet zu gesellschaftspolitischen Fragen der Digitalisierung. Er ist Referent für Digital- und Netzpolitik für die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Neben seiner politischen Beratung arbeitet er als Autor, Redakteur und Sprecher, u.a. für die Kulturstiftung des Bundes, die Berliner Gazette und die Heinrich-Böll-Stiftung. Er hat Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin, der Rutgers University New Jersey und der Universität Kassel studiert.

Digi-dies-Digi-das?

Ein Beispiel für Transformation und Integrität in freier Selbstbestimmung.

Der Wert der Digitalisierung, transcript Verlag

Der Herausgeber dieses neuen Bandes, C. Piallat, ist ein erfahrener Berliner Netzpolitiker, der rechtzeitig zum Ausgang der Bundestagswahl den wahren Wert der Digitalisierung für die Zukunft beschreibt. Zugleich zeigt er die normativen, also nicht nur die „normalen“ Lücken der digitalen Strukturen auf: wo es nicht nur hakt, sondern auch lichterloh brennt. Überraschenderweise wird den bewahrenden, eher konservativen Prinzipien oft kein geringerer Wert als dem innovativ progressiven Elan eingeräumt, den die Grünen derzeit versprühen.

Ein Buch nicht nur für Studierende und junge Unternehmer*innen.

Es geht den Autor*innen um den „digitalen Staat“, um unsere Grundrechte, Freiheiten und auch um das Gesundheitswesen der nahen Zukunft. Unter den hier versammelten namhaften Autoren kommt beispielsweise Christiane Woopen, die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, zu Wort, die gemeinsam mit Sebastian Müller betont: „Selbstbestimmte Menschen können ihr Ideal eines erfüllten und guten Lebens selbst wählen, sie können sich eigene moralische Normen setzen, integer zu diesen Normen handeln und sie können ihre Geltungsansprüche in gesellschaftspolitische Diskurse einbringen“ (S. 123).
Der Rechtswissenschaftler Erik Hilgendorf (Würzburg) vermittelt Handlungsempfehlungen im Umgang mit KÜnstlicher Intelligenz zur Wahrung der Menschenwürde (S. 223). Francesca Schmidt und Nicole Shepard setzen sich für Geschlechtergerechtigkeit in der digitalen Transformation ein (S. 253). Tilman Santorius von der TU Berlin) befasst sich mit dem Beitrag der Digitalisierung zur Sicherung der Menschenrechte und zur Klimagerechtigkeit (S. 271).

Die insgesamt 25 Autor’innen bestätigen zwei zentrale Thesen des Herausgebers (S. 9):
„Wir erleben einen Zeitenbruch.“ Und: „Digitalisierung ist weder gut noch schlecht; schon gar nicht ist sie neutral. Sie ist das, was wir aus ihr machen.“ Dem kann man nur zustimmen.
(Marc S. Huf, 30.9.2021)


Chris Piallat

Verlag: Die digitale Zukunft ist bereits Realität. Wir können den Wandel nicht weiter aussitzen, sondern müssen ihn gemeinsam aktiv gestalten. Doch welchen ethischen Herausforderungen müssen wir uns hierbei stellen? Wie wahren wir die Menschen-, Grund- und Bürgerrechte? Und wie können wir unsere Werte für die Gestaltung disruptiver Innovationen und der digitalen Zukunft nutzen? Die Autor*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zeigen auf, wie technologische Phänomene mit unseren Werten in Einklang gebracht werden können und diskutieren normative Impulse und Ideen für die Regelung des Gemeinwohls in der digitalen Welt.