Erich Kästner III: Die Schildbürger, Emil und die Detektive, das fliegende Klassenzimmer u.a.

Erich Kästner (23. Februar 1899 – 29. Juli 1974)

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Die Schildbürger

Erich Kästner stellte die spannende Frage: Waren die Schildbürger wirklich so dumm, wie sie taten?

Und er erklärt allen lesetüchtigen Kindern, was es damit auf sich hatte:
„Im Mittelalter, damals, als man das Schießpulver noch nicht erfunden hatte, lag mitten in Deutschland eine Stadt, die Schilda hieß, und deren Einwohner nannte man Schildbürger. Das waren merkwürdige Leute, alles was sie anpackten, machten sie verkehrt.“

Des Rätsels Lösung für ihr Verhalten war jedoch, dass sie sich ahnungslos stellten. Sie bauten also ihr Rathaus ohne Fenster und füllten eimerweise Luft hinein. Die Welt lachte über diese Schildbürgerstreiche. Aber man ließ die Bürger und Bürgerinnen von Schilda in Ruhe. Auf diese Weise hatten die klugen SchildbürgerInnen ein probates Mittel gegen den Ausverkauf ihrer Talernte und Tugenden gefunden. Sie taten schlicht so, als ob sie dumm wären, vor allem um Touristen, Rekrutenwerber, Kopf- und Schürzenjäger abzuschrecken.


s.a. Erich Kästners Sachliche Romance (1929) mit dem Oxymoron im Titel, ein Beispiel „ungelebten Lebens“.

Sachliche Romanze

Kästners „Klassiker“

Zum ersten Mal darf Emil allein nach Berlin fahren. Seine Großmutter und die Cousine Pony Hütchen erwarten ihn am Blumenstand im Bahnhof Friedrichstraße. Aber Emil kommt nicht. Während die Großmutter und Pony Hütchen noch überlegen, was sie tun sollen, hat Emil sich schon in eine aufregende Verfolgungsjagd gestürzt. Quer durch die große fremde Stadt, immer hinter dem Dieb her, der ihm im Zug sein ganzes Geld gestohlen hat. Zum Glück bekommt Emil bald Unterstützung: von Gustav mit der Hupe und seinen Jungs.

RASSIMUS – Neuerscheinung: Reclambuch von Stephanie Lavorano

Rassismus hat viele Gesichter und zur Zeit Konjunktur. Doch woher kommt das Denken in derartigen Kategorien, wie wirkt es sich auf menschliche Gesellschaften aus und woran erkennt man es?

Stephanie Lavorano begibt sich auf einen Streifzug durch unsere Gegenwartsgesellschaft und legt den Finger in die Wunden. Denn selbst das heutige, von Humanismus und Aufklärung geprägte Europa ist gegen Rassismus nicht gefeit.“

Der Sinn des Wahnsinns

Psychische Krankheiten verstehen (Neel Burton)

„Die Zahl psychischer Erkrankungen nimmt vor allem in den Industrieländern stetig zu. Auch in Deutschland leiden immer mehr Menschen etwa an Depressionen oder Angststörungen. Psychische Störungen können uns alle betreffen: Sie sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, auch wenn ihr Wesen und ihre Ursachen nach wie vor Rätsel aufgeben. Das Buch von Neel Burton beschreibt und erläutert die wichtigsten dieser Störungen und rückt sie zugleich in ein neues Licht: Könnte der „Wahnsinn“ einen tieferen Sinn für uns Menschen haben?

Der Sinn des Wahnsinns will auch eine Debatte über psychische Störungen anstoßen. Das Buch soll das Interesse an der Thematik wecken und den Leser dazu anregen, über jene geheimnisvolle Seite der Seele nachzudenken. Fragen gibt es genug: Was ist beispielsweise Schizophrenie? Warum ist sie so verbreitet? Warum tritt sie nur bei Menschen auf und nicht bei Tieren? Was kann uns dies über Körper und Seele sagen, über Sprache und Kreativität, über Musik und Religion? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Depression? Wie können Menschen lernen, mit Angst umzugehen? Wo liegt die Grenze zwischen psychisch „krank“ und psychisch „normal“? Gibt es einen Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Genialität? Und sind wir alle ein wenig „verrückt“?

Einfühlsam und mit zahlreichen Bezügen zu Literatur, Kunst und Philosophie widmet sich Burton den Grundelementen der Persönlichkeit, der Schizophrenie und dem „Preis des Menschseins“, der Depression und dem „Fluch des Starken“, der manisch-depressiven Erkrankung, der Angst und ihrem Zusammenhang mit Freiheit und Tod sowie dem Suizid. Dabei geht er der Frage nach, was uns psychische Störungen über das Wesen des Menschen und über die Bedingungen des menschlichen Daseins verraten können.“

„Eine fesselnde Lektüre für alle, die einmal einen Blick in die Welt der psychischen Störungen werfen wollen.“ Professor Robert Howard, Vorsitzender des Royal College of Psychiatrists in London

siehe aber auch Eigensinn

Warum wird man krank?

und Ärzte, Dichter und Rebellen:

Außerhalb der Psychiatrie wurden die Labels „Wahnsinn“, „Schwachsinn“, und „Hysterie“ mitsamt ihrer psychopathologisch definierten Erscheinungsformen sozialisiert und im historischen Verlauf zunehmend ins Alltagsleben übernommen. Sachverständige wie Alfred Döblin, Arthur Schnitzler, Charlotte Wolff und Oliver Sacks wahrten eher Abstand zur psychiatrischen Terminologie, wenn sie mittels neuer Erzähltechniken die psychologischen und psychosomatischen Aspekte einer Biographie veranschaulichten. Doch eine große Zahl der auf anderen Gebieten tätigen Experten verwendet das überkommene Psychiatrie-Vokabular, um zum Beispiel extreme Erscheinungsformen der Gewalt, besonders des globalen Terrors – und darüber hinaus unerklärliche Phänomene des außerirdischen Horrors – oder auch nur die auffälligen Eigenschaften ihrer Mitmenschen zu charakterisieren. Sie selbst sind wahrscheinlich heilfroh, wenn sie aus ihren Albträumen in die Wirklichkeit zurückfinden, bezeichnen aber andersdenkende Träumer als realitätsfremd und „wahnsinnig“. Nun lassen aber die kritischen Texte der Ärzte, Dichter und Rebellen keinen Zweifel daran, dass der Fingerzeig der Verrücktheit ein direkter Weg zur Selbsterkenntnis ist. Sie belegen auch, dass ein psychopathologisches Etikett unversehens zum virtuellen Bumerang werden kann.

Hauke Goos: Gutes und schönes Deutsch

Hauke Goos schreibt gutes und schönes Deutsch im Spiegel

NEU: https://www.spiegel.de/kultur/mozart-und-der-vielleicht-schoenste-satz-der-welt-schoener-schreiben-die-deutschkolumne-a-7fc374c1-e877-4a37-9c51-1cb0b7b288e4?fbclid=IwAR1BfILrQnAut_mUSFr2qagPEqtKb3LLpwBzd3zElJAKIZ_KDrgbZLZkpsQ

https://www.spiegel.de/kultur/literatur/uwe-johnson-und-die-quaelende-macht-des-heimwehs-schoener-schreiben-die-deutschkolumne-a-b23b49a6-cd67-426c-a9ec-729c5dc95e94

Hauke Goos: Über Erich Kästner
Was macht einen guten Lehrer aus? Der große Kinderbuchautor Kästner braucht nur einen einzigen Satz für die Antwort.

Hauke Goos, Jahrgang 1966, arbeitete nach dem Geschichts-Studium und der Nannen-Schule zunächst als Reporter für das SAT.1-Magazin „Akte“, ehe er 1999 zum SPIEGELreporter kam. Seit 2001 schreibt er für den Spiegel.

Marquise von O

https://www.spiegel.de/plus/die-marquise-von-o-der-beruehmteste-gedankenstrich-der-deutschen-literaturgeschichte-a-c7a09b76-dc92-4e15-a081-0c40d1e293cd

Adolf Eichmann

https://www.spiegel.de/kultur/schoener-schreiben-die-deutschkolumne-das-fazit-eines-unbegreiflichen-verbrechens-a-3df1c25e-4614-4b60-8974-10dc9030a07d

https://www.spiegel.de/kultur/literatur/die-kraft-der-lakonie-schoener-schreiben-a-a67fea68-04bf-49f4-8dea-b4b7f026baa3

Hiob und seine Freunde, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870 | picture alliance

Die Kraft der Lakonie – Hiob 1

Zu den großen Kulturleistungen der Menschheit zählt, womöglich noch vor dem Rad, der kernlosen Traube und dem Prozentrechnen, die Lakonie. Lakonie ist ein Stilmittel, vor allem aber eine Haltung: zur Sprache ebenso wie zum Leben. Lakonie ist das Gegenteil von Ausführlichkeit, von Pathos, von „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“. Wer lakonisch ist, verachtet Lärm und vermeidet alles Ausgemalte, Überdeutliche.

Erkennen, was notwendig ist; akzeptieren, was nicht zu ändern ist, darum geht es. „Sprachliche Form der bedeutenden Nüchternheit“, so nannte es Adorno, der seinen Anmerkungen eben deswegen den Titel „Minima Moralia“ gab.

https://www.spiegel.de/kultur/winnetou-wird-sterben-schoener-schreiben-mit-karl-may-a-dc4868d2-c91e-4b95-a147-d99e38a034b8

Pierre Brice, Lex Barker in Winnetou III: "Mein Freund. Hat eine Kugel getroffen?"
Tom Cruise & Nicole Kidman Characters: Dr. William Bill Harford & Alice Harford Film: Eyes Wide Shut UK/USA 1999 Director: Stanley Kubrick 13 July 1999 Tom Cruise and his wife Nicole Kidman alias Bill and Alice Harford. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: MaryxEvansxAFxArchivexWarnerxBros. 12575260 editorial use only

https://www.spiegel.de/kultur/literatur/arthur-schnitzlers-traumhafte-erotik-schoener-schreiben-a-6ee4d454-1670-4e8c-8b77-4415131fbbe9

Das Münchhausen-Syndrom

Das Münchhausen-Syndrom. Diese Verdachtsdiagnose liegt nahe, wenn „professionelle“ Patienten und Patientinnen[1], die über medizinische Detailkennnisse verfügen, unnötige Untersuchungen beanspruchen. Sie wandern von Klinik zu Klinik, provozieren regelmäßig in der Öffentlichkeit, während einer Bahnfahrt, meistens aber auf der Straße in der Nähe einer Ambulanz, eine Notfallsituation. Sie demonstrieren unklare Schwächezustände und Ohnmachten. Bei der Aufnahme klagen sie, je nach Fachrichtung der aufgesuchten Ärzte, über alle nur erdenklichen Symptome, darunter besonders häufig akute Bauchschmerzen und Schwangerschaftsbeschwerden.

In psychiatrischen Kliniken wird das Münchhausen-Syndrom eher selten beobachtet, da die Patienten und Patientinnen prinzipiell organische Leiden angeben. Sie begeben sich meistens in orthopädische, chirurgische und internistische Kliniken. Typisch sind telefonische Selbsteinweisungen mit Vorgabe einer Diagnose und einem eigenen Therapievorschlag, aber auch Selbstentlassungen gegen ärztlichen Rat.
Charakteristisch sind Selbstverletzungen wie beispielsweise eine künstlich verzögerte Wundheilung, seltener Abschnürungen von Extremitäten. Da sich die Betreffenden zahlreichen chirurgischen Eingriffen unterziehen, geben multiple Narben Hinweise auf die lange Vorgeschichte. Eine artifizielle Hämaturie, Protein- und Glukosurie wird von den Betreffenden durch Blut-, Eiweiß- bzw. Zuckerbeimischung erzeugt. Es kann auch zur

Fehldiagnose „Koma“kommen: Lichtstarre Pupillen (nach Selbstverordnung von Atropin-Augentropfen) werden gelegentlich prima vista zum diagnostischen Problem.

Klinisches Beispiel: Eine 45-jährige Stationshilfe, die seit 20 Jahren von Klinik zu Klinik reiste und sich bei mehr als 100 Krankenhausaufenthalten 30 abdominellen Operationen, darunter 21 chirurgischen Eingriffen wegen „Darmverschluß“ unterzog, wechselte nicht nur ständig den Aufenthalt, sondern auch ihre Identität. Sie benutzte drei Pseudonyme. Die von ihr angegebenen Daten vorausgegeangener Behandlungen waren korrekt. Diagnostisch handelte es sich allerdings um eine Pseudogravidität und deren Folgen. Keine der vorgebrachten Beschwerden war glaubhaft. Schon im 14. Lebensjahr hatte sie angegeben, schwanger zu sein. Bei einer späteren klinischen Untersuchung zeigte sie die Fotografie eines dreijährigen Mädchens, angeblich ihrer Tochter Sonja vor. Das Kind war fantasiert, der fragliche Geburtstermin erfunden; denn zu diesem Zeitpunkt reiste sie, wie aus zwei Krankengeschichten hervorging, von einer Klinik in Rotterdam („keine Gravidität“), zur stationären Behandlung nach Basel, wo ebenfalls, wie bei allen weiteren Krankenhausaufenthalten,  keine Schwangerschaft festgestellt werden konnte, geschweige eine Geburt stattfand. Doch unter dem Verdacht auf „Extrauteringravidität“ wurde sie neunmal notfallmäßig operiert. Sie wies zahlreiche abdominelle Narben auf. Weitere Eingriffe folgten wegen  „Verwachsungen. Ein Psychiater bemerkte schließlich ihre „Neigung zum Fabulieren“, die so genannte Pseudologia phantastica. Auf die angebotene Psychotherapie machte sie sich ihren eigenen Vers:
 
                „Ärzten, Patienten und Psychologen, allen wird etwas vorgelogen.“

Sie trat eine Stelle als Kellnerin an und heiratete einen drogenabhängigen Mann. Als dieser ihr Einkommen für seinen Drogenkonsum beanspruchte, ließ sie sich scheiden. Seither wanderte sie wieder von Klinik zu Klinik.


[1] Masuhr et al. DUR Neurologie, Thieme Stuttgart 2016

Das Stellvertreter-Syndrom („Munchhausen by proxy“)

Im Fall des erweiterten Münchhausen-Syndroms („Munchhausen by proxy„) werden„stellvertretend“für Selbstbeschädigungen – vergleichbare Symptome bei anderen Menschen, meistens den eigenen Kindern, künstlich erzeugt. Es sind Eltern, vorwiegend Mütter, die „Asthma-Anfälle“ (Atemnot durch Pressen der Hand auf Nase und Mund) bei ihren kleinen Kindern hervorrufen, oder auch eine Anämie (durch Aderlässe), „septisches Fieber“ (durch Erhitzung des Thermometers) oder eine „Hypoglycaemia factitia“ (Unterzuckerung nach Insulin-Injektion) herbeiführen. Es können mehrere Geschwister betroffen sein. Die Eltern stimmen bereitwillig allen unnötigen Untersuchungen und invasiven Eingriffen zu und lassen sich für ihre „Opferbereitschaft“ und „Umsicht“ loben. Wenn die fortgesetzte Kindesmisshandlung einmal auffällt, leugnen sie hartnäckig ihre Täterschaft.

Die Eltern werden erst spät entlarvt, weil es schwer für jeden Beobachter schwer vorstellbar ist, dass sie Kinder in dieser Weise missbrauchen.

s.a. Fall aus den USA

LITERATUR IST WIDERSTAND von Klaus Müller-Salget

Klaus Müller-Salget

s. auch Literatur ist Widerstand: Überwachung, Zensur und Denunziation

Dankbar erinnere ich mich an ein Gespräch mit Herrn Professor Dr. Klaus Müller-Salget, der in Innsbruck u. a. über die Arztdichter Georg Büchner und Alfred Döblin forschte („Literatur ist Widerstand“).

s. a. Offener Brief an Rowohlt-Verlag

Die These „Literatur ist Widerstand“ wird im Vorwort allgemein begründet und sodann mit Blick auf die folgenden Beiträge im Einzelnen spezifiziert. Die Beiträge selbst sind AutorInnen und Texten der deutschsprachigen Literatur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert gewidmet.

Der Innsbrucker Germanist versteht Literatur als Widerstand, andere betrachten Schreiben oder Poesie als Widerstand. Müller-Salget verifiziert seine Hypothese vor allem mit der Analyse von Werken und Wirken der Mediziner Georg Büchner und Alfred Döblin.

Bei Büchner ist es Streit um den Fatalismus-Brief des Revolutionärs, bei Döblin sind es „Gegenentwürfe“, nämlich Entwürfe „gegen die Hybris des wilhelminischen Kaiserreichs, gegen die Vergötzung großer Männer‘, gegen die Verherrlichung des Krieges und gegen einen ökologisch ignoranten Technik-Optimismus.“

Deutliche Sprache, Präzision und gute Lesbarkeit, vor allen eine aktuell wichtige Lektüre,denn Literatur ist Widerstand. (Mark S. Huf 30. Mai 2018)

Klaus Müller-Salget, Innsbruck

„Resistenz“ war das Thema der „Poetica 6“ in Köln. Sieben Autorinnen und Autoren aus aller Welt erkundeten eine Woche lang das Widerstandspotenzial von Poesie: die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan, der chinesische Dichter Xi Chuan, Sergio Raimondi aus Argentinien, Agi Mishol aus Israel, der Pole Tadeusz Dabrowski und die albanische Lyrikerin Luljeta Lleshanaku. Das Gedicht sei „eine Kapsel voller Freiheit“, so der Kurator des Programms, der Dichter und Büchnerpreisträger Jan Wagner.

Wilhelm Rimpau: „Warum wird man krank?“

»Am Anfang steht die Kinderfrage des Warum. Warum wird man krank?« Daß der Mensch seine Krankheiten nicht einfach bekommt, sondern daß sie immer wieder in seine Lebensgeschichte eingewoben sind, daß also jede Krankheit auch seelische Dimensionen hat – diese Überlegungen ziehen sich durch das Werk Viktor von Weizsäckers. Nicht von ungefähr nannte er seinen ärztlichen Werdegang eine »Flucht vor der Schulmedizin«. ‚

Wilhelm Rimpau über Daniel Thaer
Viktor von Weizsäcker, Begründer der Psychosomatik und medizinischen Anthropologie

Körpersprache in Politik, Kunst und Medien

Pathos und Pantomimik erinnern Cineasten an die Stummfilmzeit:

Oliver Hardy & C0 als Vorbild Lasst die Fäuste sprechen
Paul Westermeier, Stummfilmstar
Le Pen

Seid umschlungen, Millionen…aus: Schiller: An die Freude, Holzschnitt von Ernst Barlach, Verlag Paul Cassirer Berlin, 1927.
Photo by ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX (10353914p) AfD Thuringia leader Bjoern Hoecke speaks during a campaigning event of the youth organisation of the populist right-wing party Alternative for Germany (AfD), Junge Alternative (JA), in Cottbus, Germany, 04 August 2019. Regional election in the German federal state Brandenburg will be held on 01 September 2019. Junge Alternative campaigning event in Cottbus, Germany – 04 Aug 2019

Henny Porten (1890 – 1960). Berühmte Schauspielerin der Stummfilmzeit.
Annalena Baerbock
1.

Von der Leyen

Henny Porten (rechts)

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Mildrid Davis, Stummfilmstar

Fäuste in der Politik und im Film – Begnadete Selbstdarsteller_innen. Forcierte Selbstertüchtigung.

11.11.2019, Bayern, München: Ursula von der Leyen (CDU), designierte Präsidentin der Europäischen Kommission, nimmt an der Generalversammlung des Wirtschaftsbeirats der Union teil. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Forcierte Selbstertüchtigung:

Forcierte Selbstertüchtigung

AfD-Meuthen
Boris Johnson
Donald Trump

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Foto von Truppenbesuch erinnert ein wenig an „Casablanca“
(Ingrid Bergmann, oben, am Flugzeug ohne Humphrey Bogart)


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William Blake (1757-1827) als Maler: «Glad day«
Samy Molcho: Körpersprache
„Vive L’Europe“
Marlene Dietrich
Fäuste und Huckepack
Angela Merkel

Zufällige Ähnlichkeiten

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Wissen und Gewissen – von Gerhard Rieker

Was kann ich wissen? Wie soll ich handeln? Was kann ich hoffen? Auf diese Fragen können die Methoden der positivistischen Wissenschaften allein keine Antwort geben. Dies gilt auch für die naturwissenschaftlich geprägte Medizin, die deshalb der Ergänzung durch und des Dialogs mit den geisteswissenschaftlichen und philosophischen Denkströmungen ihrer Zeit bedarf. Gerhard Riecker wendet sich mit diesem Essay besonders an seine Berufskollegen, naturwissenschaftlich denkende und pragmatisch handelnde Ärzte, um sie zum Nachdenken über die moderne Medizin zu ermuntern.

Gerhard Riecker (* 2. Februar 1926 in Karlsruhe) ist deutscher Kardiologe und leitete von 1974 bis 1994 als Direktor die I. Medizinischen Klinik am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilian-Universität München.

siehe auch die Neuerscheinung: Der eigen-sinnige Mensch von Helmut Milz

Seven sisters – Die letzen Desperados von J. M. Holland

Neuerscheinung:

Jens Müller (J.M. Holland): Seven sisters – Die letzten Desperados

Eine herrliche Western-Parodie für Bühne, Film und TV

Schausplatz ist Dead Gulch, „ein gottverlassener Ort“ im Westen.

Da ist zum Beispiel Abigail. Sie ist „tief religiös“, wird dann aber die Geliebte der Brüder Jack („Black Jack“) und Frank McKenzy und tritt der Seven-Sister-Bande bei. Sie hat ja spontan den grabschenden Bürgermeister umlegen müssen.

Die Chefin der Frauenbande ist Mabel, im 1. Akt Bordellchefin. Also ein wirklich bunter Haufen. Im 2. Akt will der Bandit Frank ein besserer Mensch und geradezu ein guter Amerikaner werden. „Was ein echter Bandit ist, der steht jetzt auf der Seite des Gesetzes.“ Raub und Diebstahl „ist nur was für Mädchen“, eben für die Frauenbande (Seven Sisters). Der Scheriff will natürlich diese Frauenbande auslöschen, Frank soll helfen. Im 3. Akt wird ein Bandenmitglied regelrecht vom Strick geschossen.

Henker und Totengräber, sogar Pseudo-Indianer und Soldaten spielen wichtige Nebenrollen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Man muss es lesen. Wer sich mit Wild-Westfilmen gut auskennt, wie sie mit Reitern in der herrlichen Landschaft beginnen und enden, egal wer umgelegt wurde, der weiß auch, wer ein Desperado war und muss feststellen, dass hier sieben weibliche Desperados durch Schluchten und Prärien reiten. Das ist je nach wechselnder Perspektive höchst ungerecht und tragisch für Männer des Westens, die nicht immer wissen, ob ihnen das Geld oder die Frau mehr zusagt, insgesamt aber eine für beide Geschlechter komische Geschichte, eine gelungene Western-Parodie über die Geschichte von den Ursprüngen des Films und Stimmfilms bis in die Gegenwart (Mark S. Huf 17.7. 2019)

J. M. Holland Geboren 1958 in Osterode/Harz. Bürgerlicher Name: Jens Müller. Studium der Regie in Graz. Arbeitet als Regisseur, Schauspiellehrer, Dramaturg und Autor. Zahlreiche Stückbearbeitungen und Dramatisierungen. Als Leiter von Jugendtheaterensembles an Stadt- und Landestheatern eigene Stücke: „Die Glut“ Ökothriller, Uraufführung 1994, Parkhaus Treptow, Berlin), „Die Träume der Schwestern Bronté“ und „Ein Fest für Easy“ (UA 2000 am Mecklenburgischen Landestheater Neustrelitz).

J.M. Holland veröffentlichte viele Erzählungen, u.a. in der Thrilleranthologie: „Das Geheimnis des Überseekoffers“. Er bedient schon viele Jahre ein breites literarisches Spektrum und stellt mit: „Der stille Sturm“ auch einen sehr persönlichen Lyrikband vor: Zeitgenössische schwarze Romantik. Satirische Verse, die heutige Zeitphänomene aufs Korn nehmen; Gedichte über die Vergänglichkeit, über Leidenschaft und die Liebe – und immer wieder das Meer als der Spiegel aufgewühlter Gefühle. „Der stille Sturm“ entfesselt sich in den Tiefen der Seele – und öffnet den Blick auf eine aus den Fugen geratene Welt:

Erhältlich in allen Buchhandlungen

Eine herrliche Western-Parodie für Bühne, Film und TV.