Nun, mit dem Erscheinen des 640 Seiten starken Romans, lässt sich diese Obsession in einen größeren Kontext einordnen. Für ihr literarisches Debüt wurde die 1986 in Tübingen geborene Gordeev mit dem „aspekte“-Literaturpreis und dem Literaturpreis der Ponto-Stiftung bedacht. Und auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis fand Gordeev sich wieder.
Dann wäre jetzt nur noch die Frage: Worum geht es überhaupt? Da wird es kompliziert. Lada und Konstantin sind Geschwister; er ist siebzehn Jahre älter als sie. Lada lebt als Künstlerin in Berlin; Konstantin arbeitet in Moskau in einem unterirdischen Labor, das sich nicht nur mit der Konservierung der Leiche Lenins beschäftigt, sondern auch seltsame Forschungen zur Unsterblichkeit betreibt. Gordeevs Prosa ist mit surrealen Elementen aufgeladen, gleichzeitig aber auch immer wieder mit einem feinen Humor geerdet.
Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle

Autor Valeria Gordeev Genre Roman Verlag S. Fischer Erscheinungsdatum 26.08.2026 ISBN 978-3-10-397634-2
In den Text eingesponnen ist eine kontrafaktische Erzählung vom Krieg zwischen Russland und der Ukraine, und auch sonst ist da sehr viel Hölle und sehr wenig Himmel. Und es wachsen, unterstützt von Illustrationen der Autorin, eine Menge Pilze. Der Titel bezieht sich im Übrigen auf eine alte chinesische Kriegstechnik: Man täuscht den Gegner, indem man sich aus dem Staub macht und hübsches Blendwerk zurücklässt. Viele Wege führen in dieses Buch.