Liebe zwischen Menschen – und Robotern

Nora Kreft philosophiert nicht abstrakt über „das schönste aller Gefühle“, für das Federico Garcia Lorca „den vergeblichsten aller Wege“ beschrieb. Nein, die Autorin behauptet in ihrem munteren Vorwort ganz einfach: „Die Liebe stellt regelmäßig unser Leben auf den Kopf.“ In einem Satyrspiel, das an Friedrich Dürrenmatts „Physiker“ erinnert, treten neben Sokrates einige Philosophen und Philosophinnen auf – Kant, Kierkegaard, Scheler, Augustinus, Diotima, Iris Murdoch, dann auch Sigmund Freud („Sag doch einfach Sex!“) und schließlich heißt es: „All you need, is love“.

Aber warum hat die junge Berliner Philosophin diesen Titel gewählt: WAS IST LIEBE, SOKRATES?

Obwohl Sokrates kein schriftliches Zeugnis seiner Philosophie hinterließ, kennt ihn heute jeder, zumal seit Platon eine riesige Sokrates-Bibliothek entstanden ist, in die seit 2500 Jahren permanent neue Schriften der Sekundärliteratur einfließen. Seine Liebe zur Philosophie, die sich ja schon in diesem Begriff ausdrückt, wird in drei Dialogen (Lysis, Symposion, Phaidros) als Liebe zwischen den Menschen behandelt.

Das amüsante Buch will auch philosophisches Wissen vermitteln. Damit diese populäre Schreibweise eine große Leserschaft erreicht, werden Fußnoten und vor allem ein belehrender Ton vermieden. Statt eines Glossars im Anhang hat die Autorin entsprechende fachliche Hinweise in die Kapitel – jeweils zwischen zwei Herzchen (!) eingestreut. „Okay““ würde Kant dazu sagen. (Marc S. Huf, 8.11. 2019)

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