Ärzte, Dichter und Rebellen an der Charité

Arztdichter 1

Prof-Karl-Max-Einhaeupl
Prof-Karl-Max-Einhäupl, Vorstand der Charité

© Charité-Universitätsmedizin Berlin

BHH-Umbau  und neue Rettungsstelle-morgens

Aus dem Geleitwort:

„Das Buch ist weit mehr als eine Sammlung biographischer Details. Es zeigt die prägende Wirkung ärztlichen Erlebens für das literarische Engagement der Protagonisten.
Im letzten Jahrhundert der mehr als 300-jährigen Geschichte der Berliner Charité gab es unter den bekannten Ärzten und Forschern nicht nur Nobelpreisträger der Medizin, wie zum Beispiel Robert Koch (1843–1910), Paul Ehrlich (1854–1915) und Emil von Behring (1854–1917), sondern auch eine Reihe namhafter Schriftsteller, die mit Romanen, Gedichten oder Dramen hervortraten. Jeder zehnte der in diesem Buch vorgestellten Arztdichter war an der Charité tätig, unter anderen Alfred Döblin, Gottfried Benn, Peter Bamm und Heinar Kipphardt.

Die expressionistischen Dichter Alfred Döblin („Berlin Alexanderplatz“) und Gottfried Benn („Morgue-Zyklus“) gelten heute als bedeutende Vertreter der literarischen Moderne. Peter Bamm („Die unsichtbare Flagge“) vertrat als Sanitätsoffizier und einer der wenigen Medizin-Schriftsteller im Zweiten Weltkrieg die vom NS-Regime verratenen humanistischen Ideale.

Alfred Döblin, Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner (1912)

Döblin

19 Benn
Gottfried Benn schrieb 1912 den Morgue-Zyklus. Er arbeitete in der Pathologie im Klinikum Charlottenburg, dicht neben dem Haus 18, der späteren Neurologie, später in der Charité.
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                                                            Hainar Kipphardt, Arzt, Dichter und Rebell, an der Charité                                                                     © Tochter Linde Schleinkofer- Kipphardt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heinar Kipphardt  wechselte von der Charité zum Deutschen Theater und dann vom Osten in den Westen.“ (S. 7)

Weiter im Text: Ärzte, Dichter und Rebellen auf Seite 166:

Kapitel Arzttum, Dichtertum, Kämpfertum

Es gab an der Charité auch den Chirurgen Ferdinand Sauerbruch, der nicht als Dichter oder Rebell, sondern als „großer Arzt“ galt. Nach ihm ist eine kleine Straße an der Charité benannt. Sauerbruch unterzeichnete  in der NS-Zeit einen unmissverständlichen Aufruf  „An die Ärzteschaft der Welt“ (1933). Er war der Protagonist einer fiktiven „Autobiographie“ und zugleich Titelheld des Spielfilms Sauerbruch – das war  mein Leben (1954). Im letzten Viertel seines wahren Lebens hatte dieser akademische Lehrer, der, wie es hieß, mit ganzem Herzen Chirurg gewesen war, eine Doppelrolle gespielt:
Er trug seinen Chefvisitenmantel – halbgeschlossen – über der Generalsuniform…

 

22 Sauerbruch-1943

 

Verlag Königsthausen und Neumann auf der Buchmesse:

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