Bekenntnis eines Kulturpolitikers zur Bücherverbrennung

 

Neumann II
Bernd Neumann am 30.10.2018 in Berlin           

Bekenntnis eines Politikers  zur Bücherverbrennung:

„Die Welt“ vom 22.11.2006 hatte berichtet: Im „deutschen Herbst“ wollte Bernd Neumann Gedichte von Erich Fried lieber verbrannt als im Unterricht verwendet sehen. Neumann, der bekannte Bremer Parlamentarier, wurde öffentlich kritisiert – aber damals ins Bundeskanzleramt berufen. Dort wirkte er bis 2013. Jetzt traf er sich wieder mit der Kanzlerin in Berlin.

Am 30.10. 2018 begrüßte die Kanzlerin Bernd Neumann im Kreis der kulturbeauftragten Kolleginnen und Kollegen im Humboldt Forum Berlin.

Bücherverbrennung – Bekenntnis eines Kulturpolitikers
Treffen der Kulturpolitiker mit der Kanzlerin im Humboldt Forum am 30.10.2018                                  

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Gedicht von Erich Fried

 

Wie Gefährlich ist Poesie?

In dem Buch „Ärzte, Dichter und Rebellen“ (2018) wird der rigorose Umgang der Obrigkeit mit der widerständigen Literatur behandelt. Zum Beispiel galten Friedrich Schiller und Erich Fried im 20. Jahrhundert (!) als politisch gefährlich:

Friedrich Schillers Dramen wurden sowohl vom Herzog von Württemberg als auch von Adolf Hitler, dem Meister der Bücherverbrennung, verboten.

Hitler verfügte persönlich im Jahr 1942, dass das Schauspiel Wilhelm Tell nicht mehr im Unterricht verwendet werden durfte.

Der Kulturpolitiker Bernd Neumann wollte 1977, also 35 Jahre später, politische Gedichte von Erich Fried lieber verbrannt als im Unterricht verwendet sehen.

Fried Lachen
Erinnerungen

 

 

 

 

Quellen: https://www.verlag-koenigshausen-neumann.de/product_info.php/info/p8768
https://www.welt.de/print-welt/article96174/Versuch-s-mal-mit-Bedaechtigkeit.html

Ulrich Koch:

Wer Gedichte verbrennt,
wird wiedergeboren:
steif wie Gunther von Hagens

Kommentar:
Der Kulturpolitiker Bernd Neumann wollte politische Gedichte von Erich Fried lieber verbrannt als im Unterricht verwendet sehen.

Jenseits der Kunst werden „Körperwelten“ (Gunther von Hagens) mittels plastischer Nachbildung menschlicher Leichen öffentlich ausgestellt, und damit keineswegs das Leib-Seele-Problem veranschaulicht, sondern Körper und Psyche durch Kunststoff ersetzt.