Nicolas Born, 31.12.1937-7.12.1979, „der deutsche Camus“

Nicolas Born wurde 1937 in Duisburg geboren. Er starb 1979 in Lüchow-Dannenberg.

Nicolas Born war das Gesicht der deutschen Literatur der 1970er Jahre: Geprägt von Melancholie und Bitterkeit angesichts eines revolutionären Aufbruchs, der in blinde Gewalt und Sektierertum umgeschlagen war; von Rückbesinnung auf die eigene, durch Krieg und Nachkriegszeiten geprägte Biografie, die, so sein Credo, weder in Ideologien noch Weltanschauungen, sondern allein in Literatur sich artikulieren konnte. Schreiben war für Born, den „deutschen Camus“ (Heinrich Maria Ledig-Rowohlt), ein Rückzugsort, aber nicht, um sich eskapistisch zu verschanzen, sondern um sich der Innenwelt, der Träume, der Utopien zu versichern, die kein System, keine Außenwelt, keine technische Projektion abzudecken vermag.

Nicolas Born wurde 1937 in Duisburg geboren. Er starb 1979 in Lüchow-Dannenberg. Born wuchs am Niederrhein und in Essen auf, wo er zunächst eine Lehre als Chemigraf machte. Born veröffentlichte 1965 mit „Der Zweite Tag“ seinen ersten Roman. 1967 erschien der erste Gedichtband „Marktlage“. Born nahm am „International Writers Workshop“ der University of Iowa teil und kehrte nach dem Erscheinen seines zweiten Gedichtbandes „Wo mir der Kopf steht“ mit neuen Einflüssen der Pop- und Beatlyrik aus Amerika zurück. 1972 erschien sein bekanntester Gedichtband, „Das Auge des Entdeckers“.

Nach seinem Rückzug in das niedersächsische Wendland, wo er sich gegen ein geplantes Atom-Endlager und eine Wiederaufbereitungsanlage engagierte, schrieb Born den Roman „Die erdabgewandte Seite der Geschichte“, der von der Kritik weitgehend als ‚Ereignis‘ begrüßt wurde.

Version 1.0.0

Borns bekanntester Roman, „Die Fälschung“, kurz vor seinem Tod 1979 erschienen, wurde 1981 von Volker Schlöndorff verfilmt.

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